Herz und Gefässe

Ein zeitweiliger Unterbruch der Blutversorgung eines Organs oder Gewebes - eine Ischämie - ist eine im klinischen Alltag häufig auftretende Situation. In der Chirurgie ist die Ischämie nötig um Blutverlust während der Operation zu vermeiden, in der Transplantation ist das entsprechende Organ vom Zeitpunkt der Entnahme beim Spender bis zum Anschluss an die Blutversorgung des Empfängers einer Ischämie ausgesetzt, und beim Herz- oder Hirninfarkt bzw. bei einem peripheren arteriellen Verschluss verstopft ein Blutgerinnsel die Blutzufuhr zum betroffenen Gewebe bis die entsprechende Arterie durch eine medizinische Intervention wieder durchgängig gemacht wird. Während der Ischämie geschehen auf der inneren Oberfläche - dem Endothel - der betroffenen Blutgefässe Veränderungen, welche dazu führen, dass der Gewebeschaden nach der Reperfusion grösser ist als unmittelbar davor. Dieses Phänomen nennt man Ischämie/Reperfusionsschaden und es ist einer der Schwerpunkte unserer derzeitigen Forschung.

Wir sind daran interessiert die Mechanismen des Ischämie/ Reperfusionsschadens zu verstehen und studieren insbesondere die Rolle der Glycocalyx, der natürlichen entzündungs- und gerinnungshemmenden Schutzschicht der Endothelzellen, und des Komplementsystems. Durch die Untersuchung der Wirkung und die eigene Entwicklung von Komplementinhibitoren, Glykosaminoglykan-Analogen und anderen Substanzen, die das Endothel schützen können, bringen wir Labor- Knowhow näher an eine klinische Anwendung, mit dem Ziel, den Ischämie/ Reperfusionsschaden im klinischen Alltag verhindern zu können.

Als DBMR-Forschungsgruppe bieten wir Infrastruktur und wissenschaftliche Unterstützung für andere Gruppen an, die im weitesten Sinne auf dem Gebiet der kardiovaskulären Forschung arbeiten. In diese
Zusammenarbeit eingebunden sind insbesondere die Forschungsgruppen der Plastischen- und Handchirurgie, Kardiologie, Angiologie, Herz- und Gefässchirurgie und Pneumologie.

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