Experimentelle Radiologie

Die Forschungsgruppe ‘Experimentelle Radiologie‘ beschäftigt sich mit radiologisch orientierter Grundlagenforschung mit Labor-Assoziierung. Im Sinne der translationalen Forschung liefert die Gruppe damit einen Beitrag zur Optimierung und Verbesserung der täglich praktizierten klinischen Radiologie für die Patienten. Die Gruppe der Experimentellen Radiologie beschäftigt sich derzeit mit folgenden Forschungsprojekten:

Kontrastmittelsicherheit

Patienten mit anamnestischen Kontrastmittelüberempfindlichkeiten haben ein erhöhtes Risiko nach der Applikation eines Kontrastmittels erneut zu reagieren. Um dieses Risiko zu minimieren führen wir ein Individualmanagement durch, bei dem u.a. in vitro die Reaktivität gegenüber Kontrastmitteln analysiert wird. Das Resultat verwenden wir als Grundlage zur Entscheidungsfindung in der radiologischen Routine.
Kontakt/Projektleitung: Ingrid Böhm

DNA-Doppelstrangbrüche (DSB)

DSB-Analysen werden in der diagnostischen Radiologie als Mass der Genotoxizität eingesetzt. Dabei verwendet man vorwiegend die Methode der γH2Ax-Bestimmung mittels Fluoreszenzmikroskopie. Wir beschäftigen uns mit der Optimierung der Methode und ihrem Einsatz bei Patienten mit dem langfristigen Ziel, die diagnostische Strahlendosis individuell zu optimieren.
Kontakt/Projektleitung: Nico Ruprecht (Labor), Johannes Heverhagen oder Ingrid Böhm (Klinik).

Entwicklung und Einsatz von Phantom-Modellen

Phantom-Modelle werden entwickelt und produziert für die in vitro Testung von Effekten bereits entwickelter Kontrastmittel auf die Bildgebung (Magnetresonanztomographie und Computertomographie). Phantom-Modelle ermöglichen eine objektivere und patientenschonendere Analyse: Kontrastmitteleffekte, Blutfluss oder Luftströmungen sowie Diffusionseigenschaften; auch im Sinne der Qualitätssicherung.
Kontakt/Projektleitung: Hendrik von Tengg-Kobligk oder Johannes Heverhagen

Chemoresponse von Tumoren

Entwicklung und Translation von ex vivo Testverfahren zur prognostisch relevanten Vorhersage der Chemoresponse im Kontext der Kombinations-Chemotherapie fortgeschrittener Lungenkarzinome. Weitere Tumorentitäten werden in das Projekt einbezogen.
Kontakt/Projektleitung: Hendrik von Tengg-Kobligk

Verschmelzung von Tumorzellverbänden

Wir haben eine neuartige Manifestation der Invasivität von Tumorzellen identifiziert, die als gegenseitige zelluläre Pervasion bezeichnet wird. Zellen kleinzelliger Lungenkarzinome (SCLC) bilden in vitro Verbände, die sich durch Zellvermehrung und zusätzlich durch serielle Verschmelzungen vergrössern. Gegenseitige zelluläre Pervasion bzw. Durchdringung beendet diesen Vorgang. Sie führt nicht zu Gewebszerstörung, sondern zu geordnetem Wachstum der Tumorzellverbände.
Kontakt/Projektleitung: Nico Ruprecht (Labor) oder Christof Granzow oder Christoph Kempf

Interventionelle Radiologie

Minimal invasive Methoden der Gewebeentnahme (Biopsie) werden optimiert und validiert. Basierend auf der Response-Analyse der Tumorproben (s o.) kann eine systemische oder gezielte, intraarterielle oder perkutane Therapie mit der interventionellen Methodik entwickelt bzw. optimiert werden. Bildgesteuerte Intervention verwendet Hybrid-Verfahren um Zielwirkung und Resultat zu verbessern. Die Innovation wird durch eine fruchtbare Forschung mit enger klinischer Interdisziplinarität bereichert und beschleunigt.
Kontakt/Projektleitung: Hendrik von Tengg-Kobligk (Labor), Miltiadis Krokidis oder Anna-Christina Stamm (Medizin)   

Gadolinium-Ablagerungen

Seit der Publikation von Kanda et al. von 2014 ist bekannt, dass sich Gd-haltige Kontrastmittel, insbesondere nach mehrfacher Applikation, im Organismus (wie z.B. im Gehirn, in der Haut und ganz besonders intensiv im Knochen) ablagern können. Die Ursachen dieses Phänomens sind derzeit weitgehend unbekannt. Mit unseren experimentellen Projekten wollen wir einen Beitrag zur Aufklärung der Gd-Ablagerung leisten.
Kontakt/Projektleitung: Nico Ruprecht (Lab), Johannes Heverhagen oder  Ingrid Böhm (Klink)

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