Medizinische Onkologie

Experimentelle Forschungsprogramme

Hemato-Onkologie

Leitung Prof. Dr. med. Thomas Pabst

Die molekulare Pathologie akuter und chronischer Leukämien wird in Zellinienmodellen und mit klinischem Material von Patienten untersucht. Die experimentelle Forschung des Labors befasst sich mit der Untersuchung der molekularen Mechanismen bei der Entstehung von Leukämien, insbesondere der akuten myeloischen Leukämie (AML). Ein Erkennungszeichen der AML ist die Ansammlung von myeloischen Vorläuferzellen im Knochenmark. Die leukämischen Zellen weisen einen Differenzierungsblock in bestimmten Entwicklungsstufen auf. Ein Schwerpunkt in der Erforschung der AML Pathogenese ist die Analyse von Onkogenen und Tumor-Suppressoren, die für das abnormale Verhalten der Leukämiezellen in Bezug auf Zellteilung, Differenzierung und Apoptose verantwortlich sind. Momentan gehen wir davon aus, dass die verminderte Funtion des Tumorsuppressors p53 und des myeloischen Differenzierungsfaktors CEBPA die wesentlichen Treiber für die Entstehung der AML sind. Daher sind p53 induzierende Präparate vielversprechend für eine gezielte Behandlung der AML. Wir testen verschiedene neue Präparate in präklinischen Studien und haben mittlerweile klinische Studien gestartet.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Forschung ist die AML Untergruppe, die Mutationen des myeloischen Schlüsselfaktors CEBPA aufweist. Es gibt sowohl somatische als auch Keimbahnmutationen des CEBPA Gens, die zu sporadischen und familiären Formen der AML führen. Obwohl familiäre AML ausserhalb von genetischen Syndromen sehr selten auftritt, scheint doch bei 10% der AML Unterguppe mit CEBPA Mutationen eine Keimbahnmutation vorzuliegen.

Mutationen in einem zweiten Schlüsselfaktor GATA2 können myelodisplastische Syndrome und AML erzeugen. Hier unterstützen wir das Kindespital Zürich in der Erforschung der familiären Formen der GATA2 Defizienzen.

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Krebs und Autophagie

Leitung PD Dr. med. Urban Novak 

Unsere unabhängigen Forschungsgruppen (Langzeitzusammenarbeit mit Prof. Mario Tschan, Pathologie, Universität Bern) untersuchen die Pathogenese der akuten myeloischen Leukämie und der malignen Lymphome. Eine Beteiligung der Autophagie an der Pathologie dieser Erkrankungen ist möglich. Die Entdeckung neuer therapeutischer Angriffsziele, insbesondere im komplexen Prozess der Autophagie, hängt von der Kenntnis der autophagischen Prozesse in normalen Zellen ab. In enger Zusammenarbeit mit klinischen Pathologen untersuchen wir die autophagischen Recyclingprozesse und die mögliche Beteiligung derselben an der Resistenz von hämatologischen und soliden Tumoren gegen Chemotherapie und gezielte Therapien.

Ist Autophagie ein sinnvolles Angriffsziel in malignen Lymphomen?
Maligne Lymphome sind vielfältig. Wiederholte Rezidive und das damit verbundene Erfordernis für neue Therapien sind eine Tatsache. Daher untersuchen wir die Rolle der Autophagie in Lymphomen und in normalen Lymphozyten.

Molekulare Charakterisierung der mediastinalen Lymphome in Geschwistern
Obwohl selten, ist die familiäre Häufung von malignen Lymphomen eine einzigartige Gelegenheit, die Entstehung dieser Krankheiten zu enträtseln. Wir untersuchen Geschwister mit aggressiven mediastinalen Lymphomen mithilfe der parallelen Gesamt-Exom-Sequenzierung (whole-exome sequencing) und microarray-basierter komparativer genomischer Hybridisierung (array CGH).

Gruppen-Mitglieder 9

Gruppe Pabst 3

Gruppe Novak 3

Gruppe Schardt 1

Gruppe Haefliger 2