Pränatale Medizin

Die Forschungsgruppe Pränatale Medizin des DBMR / Universitäts-Frauenklinik Inselspital Bern fokussiert sich auf zwei Hauptbereiche der translationellen Forschung:

Stammzellforschung und Präeklampsieforschung

Bei der Stammzellforschung geht es um die Entwicklung der Stammzelltransplantation zur Therapie der peripartalen hypoxischen oder frühgeburtsbedingten Hirnschädigung des Fetus und Neugeborenen. In unserem Labor erforschen wir die Eigenschaften humaner Nabelschnur-Gewebsstammzellen im Hinblick auf deren Potenzial zur neuralen Differenzierung und deren Eignung als Zelltransplantat bei der perinatalen Hirnschädigung. Mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe haben eine besonders hohe Zellplastizität. Die pränatale Entwicklung dieser Stammzellen und deren Plastizität wird auf funktioneller, morphologischer und molekularbiologischer Ebene untersucht. Wir konnten beispielsweise zeigen, dass Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe von Frühgeburten eine erhöhte Expression von neuralen Vorläuferzellmarkern im Neurosphären-Stadium aufweisen und somit ein hohes Potential zur Differenzierung in Neuronen, Astrozyten und Oligodendrozyten haben. Extrazelluläre Vesikel werden von den Zellen sekretiert und enthalten Proteine, Lipide und Nukleinsäuren, wie z.B. microRNA, die sie von Zelle zu Zelle transportieren. Extrazelluläre Vesikel produziert von mesenchymalen Stammzellen aus der Nabelschnur fördern die Neuroregeneration. Die darin enthaltenen Moleküle, insbesondere die microRNAs, haben einen regulierenden Einfluss auf die Hirnentwicklung und bei neurologischen Erkrankungen. Ein weiterer Forschungsfokus liegt auf der Entwicklung einer Therapie für Erkrankungen bei Neugeborenen auf Basis von synthetischem Präimplantationsfaktor, der in der frühen Embryonalentwicklung eine wichtige Rolle spielt. In verschiedenen in vitro und in vivo Modellen der perinatalen Hirnschädigung prüfen wir die Therapie mit Stammzellen, mit von ihnen produzierten extrazellulären Vesikeln sowie mit Präimplantationsfaktor. Nichtinvasive Anwendungen wie die intranasale Applikation wurden von der Gruppe erfolgreich evaluiert. Unser Augenmerk gilt dabei besonders den Mechanismen von Schädigung und Regeneration, um so eine optimale Therapie der perinatalen Hirnschädigung zu entwickeln. Standardisierte sensomotorische Verhaltenstests zeigen den Effekt der Stammzelltransplantation auf die Hirnfunktion.

Bei der Präeklampsieforschung an unserem Forschungslabor wird die Rolle spezifischer Transportmechanismen in der Plazenta bei der Entstehung der Präeklampsie untersucht und mögliche therapeutische Ansätze in Zellkulturmodellen und in transgenen Tiermodellen geprüft. Der Fokus liegt hier auf dem Glukose- und dem Harnsäuretransport, die beide in der Präeklampsie eine entscheidende Rolle spielen. Insbesondere wird der Mechanismen des sogenannten „Fetal Programming“ untersucht, welches dazu führt dass Kinder nach intrauteriner Präeklampsie-Exposition in der späteren Entwicklung häufiger an kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen leiden.

Die Forschungsabteilung "Feto-maternale Medizin" stellt sich vor: forumgynecologie

Die Forschung wird von folgenden Institutonen unterstützt: Schweizerischer Nationalfonds, Eagle Foundation, Wissenschaflicher Fonds des Inselspitals, CryoSave Schweiz; Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung und weiteren Stiftungen.

Gruppen-Mitglieder: 12