Rheumatologie

Die Forschungsgruppen der Klinik für Rheumatologie / Immunologie / Allergologie unter der Leitung von Prof. Dr. P. Villiger, Dr. F. Förger, Prof. Dr. M. Seitz, PD Dr. D. Aeberli, Prof. Dr. M. Bachmann und Prof. Dr. B. Trueb arbeiten auf mehreren Projekten, die zum Ziel haben, Mechanismen der chronischen Entzündung aufzuklären. Die Forschung wird vom Schweizerischen Nationalfonds und von verschiedenen privaten Stiftungen unterstützt.

Rheumatologie:

Leitung Prof. Dr. Peter Villiger, Dr. Frauke Förger, Prof. Dr. Michael Seitz

Wir erforschen molekulare Mechanismen chronisch-entzündlicher Erkrankungen beim Menschen. Folgende Themen werden in unseren Projekten untersucht:

  1. Die Genregulation in Blutzellen und im speziellen die Rolle regulatorischer T-Zellen in Patienten mit chronischer Polyarthritis während der Schwangerschaft und
  2. die Rolle von Osteoklasten-Vorläuferzellen in Patienten mit Rheumatoider Arthritis und Spondylarthritis. Ausserdem werden fortlaufend klinische Studien zur Validierung neuer diagnostischer Tests und zur Etablierung neuer therapeutischer Ansätze durchgeführt.

Osteoklastogenese und chronische Entzündung:

Leitung Prof. Dr. Michael Seitz, PD Dr. Daniel Aeberli

Unsere Forschungsgruppe untersucht die Rolle osteoklastogener Zytokine beim entzündlich bedingten Knochenverlust. Im aktuellen Forschungsprojekt verbinden sich klinische und grundlagenwissenschaftliche Expertise bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, welche durch eine TNFα - getriebene Entzündung der Gelenkinnenhaut, Osteoklastogenese und Gelenkdestruktion charakterisiert sind. Im Brennpunkt des Forschungsinteresses liegt die Aufklärung der TNFα - vermittelten Mobilisation von Vorläuferzellen der Osteoklasten aus dem Knochenmark in periphere Gewebe in einem Maus-Modell der chronischen Arthritis. Hierzu wird erstmals die moderne Technik der Intravital-Mikroskopie in einem hTNF-transgenen x CX3CR1-EGFB knock-in Arthritis-Modell der Maus eingesetzt, um das Schicksal der Osteoklasten-Vorläuferzellen in einem lebenden Säugetier, das an einer chronischen Entzündung leidet, genau zu verfolgen und auch engmaschig im Krankheitsgeschehen den Einfluss einer anti-TNF Behandlung auf zellulärer Ebene zu monitorisieren. Auf diesem Wege hoffen wir die hemmenden Mechanismen der therapeutischen TNF-Neutralisierung auf die zytokinvermittelte Osteoklastenentwicklung bei chronischer Arthritis weiter aufzuklären.

Das Forschungsprojekt wird in enger Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Rheumatologie, Klinische Immunologie & Allergologie am Inselspital Bern mit dem Theodor-Kocher Institut (Prof. B. Engelhardt, PD J. Stein) und der Gruppe für Knochenbiologie und Orthopädische Forschung (Prof. W. Hofstetter) am Department BioMedical Research der Universität Bern durchgeführt.

Immunologie Forschung: Leitung Prof. Dr. Martin Bachmann / Stv. PD Dr. Monique Vogel

1. Gruppe Prof. Dr. M. Bachmann/PD Dr. M. Vogel

Die Forschung der Bachmann Gruppe wurde durch die Frage dominiert wie Immunantworten reguliert werden und auf welche Weise das angeborene Immunsystem das Erworbene beeinflusst. Viren, virus-artige Partikel und Bakterien wurden benutzt um die protektive Kapazität der Immunantworten zu studieren. Schlüsselprobleme wurden adressiert, wie z.B. optimale B und T Zell Antworten induziert und erhalten werden und wie diese durch die Stimulation von Toll-like Rezeptoren beeinflusst werden. Das Verständnis zellulärer Netzwerke des Immunsystems ist von grossem medizinischem Interesse, weil i) Prophylaktische Impfstoffe, die wohl wichtigste Waffe im Arsenal der Mediziner gegen Infektionen basieren alle auf der Induktion von langlebigen Immunantworten. ii) Ein fehlreguliertes Immunsystem ist häufig der Grund für chronische Erkrankungen und Autoimmunität.
In den letzten 10 Jahren haben wir die präklinischen Programme in der Maus einen Schritt weitergebracht und die von uns entwickelten Impfstoffe und Immunmodulatoren wurden in einer Vielzahl an klinischen Studien im Menschen auf klinische Wirksamkeit getestet. Klinisches „Proof-of-concept“ wurde in verschiedenen Indikationen erreicht, unter anderem mit Impfstoffen gegen das Rauchen, Allergie, Bluthochdruck und Influenza Virus und mit einem Immunmodulator in Allergie und Asthma.
Unsere Forschung wird sich auf angewandte Forschung fokussieren und Grundlagenforschung in die klinische Realität übersetzen. Mit der einzigartigen Erfahrung von Monique Vogel wird ein wichtiger Pfeiler unserer Forschungsaktivitäten im Bereich der Allergie liegen. Wir werden unter anderem fundamentale und angewandte Aspekte der Regulation von IgE Antikörpern und Mast Zell Biologie studieren.

Bitte besuchen Sie die externe Gruppenwebseite für mehr Informationen: http://www.bachmannlab.ch/home/
Prof. Dr. M. Bachmann/PD Dr. M. Vogel

2. Gruppe PD Dr. Alexander Eggel

Typ-2 Immune Reaktionen in Gesundheit und Krankheit: Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Erforschung von biologischen Mechanismen, welche nützlichen sowie schädlichen Typ-2 Immunreaktionen zu Grunde liegen. Einerseits versuchen wir unser Verständnis zur Entwicklung von Allergien zu verbessern und alternative Therapieansätze mit direktem Einfluss auf deren Entstehung zu entwickeln. Andererseits interessieren wir uns für die Entstehung altersbedingter Krankheiten und wie diese mit veränderten Typ-2 Immunreaktionen in Zusammenhang stehen. In unseren Studien integrieren wir molekulare, zelluläre und systemische Ansätze, um pathophysiologische Mechanismen zu identifizieren.

Bitte besuchen Sie die externe Gruppenwebsite für mehr Informationen.
PD Dr. A. Eggel

3.  Gruppe Dr. Daniel Yerly

Unser Hauptinteresse fasst Arzneimittelallergie um. Im Normalfall erkennt das adaptive Immunsystem große molekulare Strukturen von Mikroorganismen. In besonderen Situationen können niedermolekulare Moleküle wie Arzneimittel das Immunsystem aktivieren. In schweren Fällen gerät die Aktivierung des Immunsystems außer Kontrolle und setzt das Leben der betroffenen Person aufs Spiel. In unserer Forschung versuchen wir die zellulären und molekularen Mechanismen zu verstehen, die an allergischen Reaktionen gegen Medikamente beteiligt sind.

HLA-assoziierte Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen
Es wurde festgestellt, dass einige genetische Faktoren wie HLAs mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf bestimmte Arzneimittel assoziiert sind. Zum Beispiel verursacht Abacavir, ein wirksames Arzneimittel gegen HIV Infekt, Überempfindlichkeitsreaktionen nur bei Individuen, die das HLA-B * 57: 01-Allel tragen (~ 5% der europäischen Bevölkerung). Zu diesem Thema entwickeln wir Modelle zur Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen den HLA-Molekülen, dem Wirkstoff und dem Immun-T-Zell-Rezeptor

Metamizol-induzierte Agranulozytose
Metamizol ist ein Schmerzmittel mit antipyretischen Eigenschaften. Obwohl dieses Medikament sehr effektiv ist, ist sein Sicherheitsprofil nicht absolut sicher. In seltenen Fällen kann die Behandlung mit Metamizol zu lebensbedrohlicher Agranulozytose führen. Wir wollen herausfinden, ob das adaptive Immunsystem durch Metamizol aktiviert werden kann und dann zur Zytotoxizität gegenüber Granulozytenvorläuferzellen führt.

Zusammenhang zwischen T-Zell-Aktivierungsmechanismen und allergischen Symptomen
Bei Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen können Arzneimittel-reagierende T-Zellen oft direkt im Blut von allergischen Patienten oder in den Läsionen gefunden werden. Zwei verschiedene Modelle können die Aktivierung von T-Zellen durch Arzneimittel erklären. Das erste ist das Hapten-Modell, für das antigenische Peptide durch das Arzneimittel oder seine Metaboliten kovalent modifiziert warden. Das zweite Model ist das p-i-Konzept (Pharmacological Interaction), bei dem Wechselwirkungen nur durch Van-der-Waals-Wechselwirkungen vermittelt warden. In diesem Fall sind keine kovalenten Modifikationen notwendig sind. Bis jetzt ist die klinische Relevanz jedes Modells nicht klar. Wir führen eine Studie durch, die untersucht, ob das breite Spektrum und die Schwere der Symptome einer Medikamentenallergie (Urtikaria, makulopapulöses Erythem, Steven-Johnson-Syndrom, DRESS) mit dem Aktivierungsmechanismus der beteiligten wirkstoffreagierenden T-Zellen korreliert werden können.
Dr. D. Yerly

Gruppen-Mitglieder: 30

Gruppe Villiger, Förger 5

Gruppe Seitz, Aeberli 2

Gruppe Bachmann 18

Gruppe Eggel 5